1876 – Gründung des Hauses
Mathias Rettler und Clara Plesser bauen am Sophienhammer das Gasthaus Rettler mit Gastwirtschaft, Fremdenzimmern, großem Saal und Kolonialwarenladen, das im Oktober 1876 eröffnet wird.
1938 – Erste größere Umbauten
Franz Rettler und Antonie Hörster führen die Gastwirtschaft weiter, trennen sich jedoch von den Fremdenzimmern. Sechs Kinder (Johanna, Klara, Franz, Ferdinand, Antonie und Matthias) erblicken zwischen 1914 und 1923 das Licht der Welt, zwei Söhne fallen im zweiten Weltkrieg. 1948 wird am Laden ein Lager angebaut, von dort gelangt man nun zur Kegelbahn, die später mit einem Dach versehen wird.
1950 – Neugestaltung der Gastwirtschaft
Der Schankraum bekommt unter Franz Rettler und Marianne Rüter eine neue Wandverkleidung, die bis heute Bestand hat. Drei Töchter (Elisabeth, Margarete und Bernadette) werden zwischen 1948 und 1955 geboren und bereichern das Mehrgenerationenhaus, auch Vettern und Cousinen sind häufig zu Gast. Der Ladenbereich wird durch einen flachen Anbau vergrößert. Hier musste aufgrund der Nähe zur Kleinbahn eine Eterniteindeckung vorgenommen werden, da die eigentlich geforderte Pappe vom Funkenflug Schaden nehmen könnte. Die Fahrtkarten für die Bahn gibt’s im Haus, auch die Poststelle ist hier ansässig.
1976 – Großer Erweiterungsbau
Franz Rettler erweitert das Lebensmittelgeschäft mit Textilabteilung und Kurzwaren. Insgesamt ergeben sich fast 400m² Geschäftsfläche, deren Erweiterung über den Hammergraben erfolgen muss. Auf den Laden werden zwei Wohnungen gesetzt – eine für Franz Rettler und seine Familie, eine für seine Schwester Antonie „Töne“ Rettler. Es ist klar, dass Bernadette das Lebenswerk weiterführen soll.
1990 – Vier Wohnungen entstehen im Altbau
Die Gastwirtschaft wird 1990 endgültig aufgegeben. Aus den ehemaligen Fremdenzimmern wird eine 76m² Eigentumswohnung für Bernadette. In der 2. Etage gibt es eine fast baugleiche Wohnung, die lange Zeit als Wohnung von der Familie des Kneipenpächters genutzt wurde. Aus dem Saal werden zwei Wohnungen mit 45 bzw. 65m². Alle Wohnungen bekommen einen Balkon zum Wald hinaus, hoch über dem Hammergraben, mit Blick ins Grüne und wunderbarer Abendsonne. 1992 verstirbt Bernadette, 1994 ihre Mutter Marianne. Ideengeber für viele Neuerungen ist seit 1977 Georg Werner, Margaretes Ehemann.
2002 – Ende einer Ära
2002 entschließt sich Margarete, den Laden nicht weiterzuführen. Ende Juni endet die Ära „Lebensmittel, Mode + Textil“. Als älteste Tochter macht Anna gerade Abitur. Aus einem großen Ladenlokal werden zwei. In einem wird Schlecker eröffnen, im anderen erst ein Leuchtenladen, dann eine Bäckerei. Anna zieht 2006 in Bernadettes Wohnung, ein Jahr darauf schließt Franz Rettler im Kreise seiner Familie in seinem Schlafzimmer seine Augen für immer. Margarete und Elisabeth führen daraufhin als Erbengemeinschaft die Geschäfte weiter.
ab 2020 – Neue Nutzung der Gewerbeflächen
2019 zieht Anna in die ehemalige Wohnung des Großvaters und steigt in die Verwaltung des Hauses mit ein. Aus dem großen Gesellschaftszimmer der Wirtschaft entsteht ein Schulungsraum für die Fahrschule Peter Friedrich. 2023 wird die Kegelbahn vorübergehend zum Probenort für einen Bogenschützen, in einem Raum wird ein mobiler Excape Room gelagert, die Kneipe bekommt eine Brandschutzdecke und neue Stromleitungen. Ab 2024 steht sie wieder für Feiern zur Verfügung. Am 02.11.2024 eröffnet in einem Ladenlokal Floristin Manuela Hempelmann ihr Geschäft „kreativSchön“. Anfang 2026 wird das große Ladenlokal wieder vermietet, die Eröffnung wird im Sommer erfolgen.